Jaletzke Baubiologie

Energieberatung - ?Schadstoffmessung -?Immobilien-Check

Information Radon

Was ist natürliche Radioaktivität?

Seit der Entstehung der Welt gibt es radioaktive Mineralien und Gase im Kosmos und auf der Welt, die wir als natürliche Radioaktivität bezeichnen. Die davon ausgehende energetisierende Strahlung (auch ionisierende Strahlung genannt) gibt es seit jeher in unterschiedlichen Formen: als Strahlung aus dem Weltraum, aus dem Erdboden und von radioaktiven Stoffen in der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Auch die Luft, die wir einatmen, enthält diese natürliche Radioaktivität in Form des Gases Radon. Seine Strahlenwirkung ist ungefähr ebenso groß wie die der drei anderen Strahlenquellen zusammen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich Radon in unseren Wohnungen in einem solchen Maß anreichern, dass gesundheitliche Folgen zu befürchten sind.

Wie wirkt Radon in der Lunge?

Radon ist ein farb- und geruchloses Edelgas, das im Vergleich zu anderen Luftschadstoffen nur in winzigsten Spuren in der Luft vorkommt. Im Bereich der Strahlenwirkung lassen sich derartig kleine Mengen jedoch nicht vernachlässigen. Der Organismus kann auf diese Art der Bestrahlung mit Lungenkrebs reagieren. Das Radon ist für keine anderen Lungenkrankheiten (z.B. Asthma, Bronchitis) verantwortlich.

Wie gelangt Radon zu uns?

Radon entsteht durch Kernumwandlungen im Wesentlichen aus Uran und Radium, welche zumindest in Spuren überall im Boden, im Gestein und im Baumaterial vorkommen. Ein Teil des Gases gelangt in unsere Atemluft.

Hohe Konzentrationen in einem Haus ergeben sich meistens dadurch, dass ein Haus aus dem Boden entweichendes Radon auffängt. Durch verschiedene Schwachstellen wie Risse und Rohrdurchführungen dringt ein Luftstrom aus dem Untergrund in das Haus, der die einzelnen Radonatome mit sich führt. Eine zusätzliche Quelle von Radongas sind Baumaterialien.

Können wir Radon wahrnehmen?

Wir Menschen können Radioaktivität nicht wahrnehmen. Radongas ist geruchlos. Prinzipiell kann man einem Haus nicht anmerken, ob im Inneren höhere Radongaskonzentrationen bestehen. Es gibt auch keine sonstigen Hinweise auf den Radongehalt in der Raumluft. Wir kennen nur eine Möglichkeit den Radongehalt festzustellen: Technische Messgeräte.

In welcher Maßeinheit wird Radon gemessen?

Radioaktive Atomkerne wandeln sich um und senden dabei ionisierende Strahlung aus. Die Anzahl der Kernumwandlungen pro Sekunde wird auch als Becquerel (Bq) bezeichnet.

Die Empfehlung der Deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) bezieht sich auf 250 Radonumwandlungen in einem Kubikmeter (m³) Raumluft in jeder Sekunde. In Durchschnittswohnungen sind es ungefähr 50 Bq/m³, im Freien 10 Bq/m³

Gibt es Problemhäuser?

Ja. Wie bereits angedeutet, erwarten wir in Häusern mit Öffnungen im Fundament größere Radonmengen in der Raumluft. Die Radonkonzentration hängt davon ab, wie viel Radon im Untergrund vorhanden ist, wie gut es in die Wohnung gelangt und ob es wieder entweichen kann. Ein so genanntes Problemhaus ist ein Haus ohne feste Bodenplatte im Keller, mit gutem Zugang vom Keller in die Wohnräume und mit abgedichteten Fenstern und Türen.

Wie lassen sich Häuser sanieren?

Praktisch alle Sanierungsmaßnahmen laufen darauf hinaus, die Zufuhr von Radon aus dem Untergrund zu reduzieren und zusätzlich für eine bessere Lüftung der Häuser zu sorgen.

Besteht ein Betonboden, so sollten Leitungsdurchführungen, Risse, Gullys usw. abgedichtet werden. Dafür sind Kunststoff-Folien und dauerelastische Dichtungsmassen geeignet. Dies muss sehr sorgfältig geschehen, weil bereits ein Loch von 10 mm Durchmesser die restliche Arbeit zunichte machen kann. Häuser mit Naturboden sollten einen neuen, dichten Boden enthalten. Zur systematischen Lüftung bieten sich entsprechende Lüftungsöffnungen an.

Wie wird Radon gemessen?

Es gibt verschiedene Verfahren zur Messung des Radongases. Wir bieten eine bestimmte Form passiver Radonsammler an. Dabei handelt es sich um Metalldosen, die mit Holzkohle gefüllt sind. Die Dosen bleiben ungefähr drei Tage in den zu untersuchenden Räumen geöffnet.

Holzkohle hat die Fähigkeit, an der Oberfläche Radongas zu binden. Ein Teil der Radioaktivität aus Ihrer Wohnung ist also in der zurückgeschickten Dose enthalten. Diese wird gemessen und anschließend der Radongehalt aus Ihrer Wohnung berechnet.

Gibt es echte Grenzwerte?

Nein und ja. Die weiter oben erwähnten 250 Bq/m³ sind nur eine Empfehlung zur Sanierung. Echte Grenzwerte gibt es im Bergbau. Der Grenzwert in einem Bergwerk entspricht ungefähr einer Radongaskonzentration von 2000 Bq/m³. Dieser Wert bezieht sich allerdings nur auf die Arbeitszeit.

Wie groß ist das Risiko durch Radon wirklich?

In Deutschland sterben jährlich 2000 - 4000 Menschen durch Radon. Dies gilt für den Durchschnittswert von 50 Bq/m³. Bei höheren Radonkonzentrationen ist das Risiko für den Betroffenen entsprechend größer. Für den Bewohner eines Hauses mit 250 Bq/m³ z.B. sind die Risiken, durch Radon oder im Straßenverkehr zu sterben, ungefähr gleich groß.