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Stechmücke

Information Pyrethroide

Früher wurden Pyrethroide als harmlose Insektenvernichtungsmittel gehandelt. Da sie einem Wirkstoff der Chrysanthemenblume nachempfunden sind, wurden sie als natürliche Insektizide (= Insektenvernichtende Mittel) angepriesen. In den letzten Jahren gelangten jedoch die Pyrethroide zunehmend in die öffentliche Diskussion. Zahlreiche Fälle von Vergiftungen auf Grund zu hoher Pyrethroid-Konzentrationen wurden bekannt. Mittlerweile warnt sogar das Bundesgesundheitsamt vor der Anwendung von Schädlingsvernichtungsmitteln in Innenräumen. Doch nicht nur in Insektensprays sind Pyrethroide vorzufinden, auch in Holzschutzmitteln und Textilien (Wollteppichen) befindet sich das Gift.

Pyrethroide, Pyrethrum, Pyrethrin, Permethrin: was ist das?

Das als Insektizid wirkende Gemisch in der Chrysanthemumblüte bezeichnet man als Pyrethrum. Es wird bereits seit Jahrhunderten verwendet. (Im Pyrethrum-Gemisch findet sich unter anderem der Bestandteil Pyrethrin.) Hier handelt es sich also um ein natürliches Insektenvernichtungsmittel. Das Pyrethrum zerfällt durch Licht, Wärme und Luft leicht in unwirksame Komponenten und wurde deshalb als unbedenklich für Mensch und Natur angesehen. Heutzutage wird Pyrethrum allerdings mit Lösemitteln stabilisiert und seine Wirkung durch sogenannte Synergisten verstärkt, so dass von dem ehemaligen Naturprodukt nicht mehr viel übrig ist.

Die chemische Industrie entwickelte in der Vergangenheit Insektizide, die mit dem Pyrethrum chemisch verwandt sind und deshalb als Pyrethroide bezeichnet werden. Einige Beispiele für Pyrethroide sind: Permethrin, Deltamethrin, Cyfluthrin, Fenvalerat, Cypermethrin oder Tetramethrin. Heutzutage zählt man bis zu 1000 verschiedene Pyrethroide. Sie unterscheiden sich bezüglich ihrer Langlebigkeit und Giftigkeit.

Welche Symptome treten bei Pyrethroidvergiftung auf?

Akut können Hautempfindungen wie Stechen, Jucken, Brennen, aber auch Augenreizungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit für einige Tage auftreten. Bei einer chronischen Belastung kommt es zu depressiver Stimmung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche.

Pyrethroide in Schädlingsbekämpfungsmitteln

Wenn Sie Schädlinge wie Motten, Flöhe, Ameisen, etc. im Haus haben, müssen Sie nicht gleich zum Insektenspray greifen. Ein großer Teil der auf dem Markt vertretenen chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel enthält Pyrethroide. Diese belasten die Raumluft nicht nur bei unmittelbarer Anwendung, sondern sie lagern sich auf den Möbelstücken, Tapeten und Teppichen ab und werden erst verzögert über lange Zeiträume wieder abgegeben. Sprays und Elektroverdampfer sind sicherlich am problematischsten, aber auch von Mottenpapier, Köderdosen und Strips ist abzuraten.

Andere insektizide Wirkstoffe belasten ebenso die Gesundheit und sollten nur im äußersten Fall verwendet werden. Haushaltsschädlinge lassen sich in der Regel auch mit harmloseren bzw. gesundheitsfreundlicheren Methoden bekämpfen. Hilfestellungen und wertvolle Tipps über vorbeugende Maßnahmen, alternative Bekämpfungsmöglichkeiten und die Auswahl eines Schädlingsbekämpfers gibt Ihnen folgende Broschüre: "Ungeziefer im Haushalt", Wissenschaftsladen Gießen, Gutenbergstr. 13, Gießen.

Pyrethroide in Teppichen

Wollteppichböden sind in der Regel vorbeugend mit Permethrin oder Cyfluthrin gegen Motten- und Käferfraß behandelt. Diese Teppiche sind nicht zu empfehlen, da auch hier Fälle von Vergiftungen bekannt geworden sind. Fragen Sie Ihren Verkäufer und lassen Sie sich eine schriftliche Zusage geben, dass kein Mottenschutzmittel eingesetzt wurde. Teppiche mit dem Wollsiegel enthalten in jedem Fall Permethrin.

Pyrethroide als Holzschutzmittel

Zahlreiche Holzschutzmittel enthalten als Wirkkomponenten Pyrethroide. Beispielsweise findet sich in über 50% der Holzschutzmittel mit RAL-Gütesiegel Permethrin in Konzentrationen zwischen 0.02 % - 0.5 %. Im Innenraum sollte von einer Anwendung von Holzschutzmitteln abgesehen werden. Lesen Sie hierzu die Kurzinformation Holzschutzmittel.

Wie werden Pyrethroide gemessen?

Da die Aufnahme in den menschlichen Körper vor allem über Pyrethroide erfolgt, die an Feinstaub gebundenen sind, empfiehlt sich zunächst eine Staubprobenahme. Hierzu wird über einen Zeitraum von 14 Tagen Staub gesammelt und im Labor untersucht. Pyrethroide lassen sich auch im Material nachweisen. Beispielsweise benötigt man für eine Teppichuntersuchung ein 5 x 5 cm großes Stück oder eine Hand voll Fasern. Sie sollten sich bewusst sein, dass eine Materialprobenmessung genaue Angaben über die Belastung des Gegenstandes liefert, allerdings keine Aussage über das Abgabeverhalten macht. Wie stark Ihre Wohnung oder Sie mit Pyrethroiden belastet sind, erfahren Sie durch eine Staub- oder Blutanalyse.

Gibt es einen Grenzwert für Pyrethroide?

Das Bundesgesundheitsamt nennt einen Orientierungswert von 1 mg/kg Hausstaub. Dieser Wert ist nicht als Grenzwert zu verstehen, sondern als ein Maßstab für erfolgreich durchgeführte Entgiftungs- und Reinigungsmaßnahmen nach einer Pyrethroidbelastung. Allerdings zeigen sich bei empfindlichen Menschen schon bei einem geringeren Wert Beschwerden.

Pyrethroidkonzentration Hausstaub Bewertung

  • bis 3 mg/kg geringe Belastung
  • 3-30 mg/kg deutliche Belastung
  • 30-100 mg/kg hohe Belastung

Sanierung

Falls Ihre Wohnung zu hohe Pyrethroid-Konzentrationen aufweist, ist eine Sanierung empfehlenswert. Rückstände lassen sich durch spezielle Reinigungsmaßnahmen zumindest teilweise beseitigen. In manchen Fällen hilft allerdings nur ein Entfernen der belasteten Gegenstände. Der Sanierungserfolg sollte mit Hilfe von Nachmessungen überprüft werden.