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Stapel aus Spanplatten

Information Formaldehyd

In der BRD werden jährlich 500.000 t Formaldehyd produziert. Einsatz findet diese Chemikalie als Bindemittel bei der Produktion von Spanplatten, Sperrholz, Klebern, Aminoplast-Ortsschäume, Lacke und Farben. Die Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie verwendet Formaldehyd als Konservierungsmittel und die Textilindustrie erzeugt damit den Anti-Knitter-Effekt bei Kleidungsstücken.

Schließlich entsteht Formaldehyd bei allen unvollständig ablaufenden Verbrennungsprozessen,  beispielsweise bei offenen Feuerstellen, beim Straßenverkehr oder beim Rauchen.

Während im Außenbereich Formaldehyd durch das UV der Sonne zersetzt wird (Halbwertzeit: 1-2 h bei Sonnenschein), fehlen im Innenraum diese Abbaumechanismen. Sind in Ihrem Wohnraum überhöhte Formaldehydwerte, kann sich dies bei unzureichender Lüftung in einem säuerlichen, stechenden Geruch bemerkbar machen.

Welche Symptome treten bei einer erhöhten Formaldehydkonzentration auf?

Formaldehyd wird über die Atmung, Haut und den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen. Charakteristische Krankheitssymptome sind Augen- und Schleimhautreizungen, Hustenreiz, Atembeschwerden und Kopfschmerzen. Außerdem ist es eine hochallergene Substanz.

Sind Sie längerer Formaldehydbelastungen ausgesetzt können Gedächtnisstörungen, Kon­zen­tra­tions­­­schwäche, Schlafstörungen, Depressionen oder Leber- und Nierenerkrankungen auftreten.

Häufig werden diese Krankheitserscheinungen als psychosomatische Beschwerden gedeutet.

Außerdem besteht der Verdacht auf ein krebserzeugendes Potential.
 

ppm Symptome
0.05 - 0.125 Geruchsschwelle
0.01 - 1.6 Augenreizung
0.03 - 1.6 Reizung der Nasenschleimhäute
0,05 - 2,5 Reizung der Kehle
0.1 - 3.7 Auffassungsstörungen, Lernschwierigkeiten, Kopschmerzen, Schlafstörungen
10 - 20 starker Tränenfluss, Husten u. Brennen der Nase, Augen u. Kehle
30 Lebensgefahr, toxisches Lungenödem

Gibt es einen Grenzwert für Formaldehyd?

Ein festgelegter, verbindlicher Grenzwert für Innenräume existiert nicht. Im Arbeitsplatzbereich gibt es den so genannten MAK-Wert (=maximale Arbeitsplatzkonzentration), allerdings  ist dieser als Bewertungsmaßstab für die Belastung im Innenbereich wenig geeignet.

Das Bundesgesundheitsamt hat 1977 einen Richtwert von 0.1 ppm für die Allgemeinbevölkerung herausgegeben. Dieser Wert wird als zu hoch angesehen, da sich zahlreiche Personen schon unterhalb dieser Konzentration über gesundheitliche Beschwerden beklagen. Um Gesundheits­gefahren bei Langzeiteinwirkung zu vermeiden, empfiehlt sich ein Grenzwert von 0.05 ppm. Langfristig ist ein Wert von 0.01 ppm anzustreben.

Formaldehyd-Richtwerte im Innenraum

Richtwert in ppm Raumluftkonzentration in mg/m³ Bemerkung  
MAK (Maximale Arbeitsplatzkonzentration) 0.5 0.6  
BGA (Bundesgesundheitsamt) 0.1 < 0.05 0.12 < 0.06 Konzentration, die zu wenig Besorgnis Anlass gibt
WHO (Weltgesundheitsorganisation) > 0.083 > 0.1 Konzentration, die zu Besorgnis Anlass gibt

Wie wird Formaldehyd in meiner Wohnung gemessen?

Wenn Sie in Ihrer Wohnung erhöhte Formaldehydwerte vermuten, sollten Sie das durch eine Messung überprüfen lassen. Zunächst unterscheidet  man die Materialprobenmessung von der Raumluftüberprüfung. Als Materialprobe dient ein Stück (Größe: 5 x 5 cm) des in Verdacht stehenden Gegenstandes. Das Messergebnis verrät Ihnen, wie stark das Material belastet ist. Es sagt allerdings nichts über das Ausgasungsverhalten aus. Deshalb ist in vielen Fällen zunächst eine Messung der Raumluftkonzentration sinnvoll. Hier wird Luft einer definierten Menge angesaugt und durch ein speziell gefülltes Glasröhrchen geleitet. Formaldehyd bewirkt einen Farbumschwung im Röhrchen, welcher im Labor genau (photometrisch oder HPLC) analysiert wird.

 

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