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Information Asbest

Asbest ist ein natürliches, graues bis weißgraues Erdgestein, das in verschiedenen Arten vorkommt (Krokdolith-Asbest, Amosit-Asbest, Chrysotil-Asbest). Auf Grund zahlreicher günstiger Gebrauchseigenschaften wie Unbrennbarkeit, Isoliervermögen, mechanischer Festigkeit und weitestgehender Stabilität gegenüber Chemikalien, wurde Asbest gerne in verschiedensten Produkten eingesetzt. Bis 1980 wurden mehr als 100 Millionen Tonnen verarbeitet. Durch Alterung, Erschütterung oder Beschädigung werden Asbestfasern frei und über die Atmung vom Menschen aufgenommen. Sie bohren sich in das Lungengewebe und lösen bei hohen Konzentrationen 10-40 Jahre danach Krebs aus. Asbestose entsteht durch Vernarbung des Lungengewebes, hervorgerufen durch permanente (stecknadelartige) Reizung der Fasern am Lungengewebe.

Die Krankheiten werden demzufolge nicht auf Grund ihrer chemischen Struktur hervorgerufen, sondern ihre faserförmige Beschaffenheit ist dafür verantwortlich.

In welchen Produkten wurde Asbest verwendet ?

In Nachtspeichergeräten, Fußböden, Haartrocknern, Toastern, Staubsaugern, elektrischen Hausgeräten, Dia- und Filmprojektoren, Bremsbelägen, Wärmeisolierung aus Asbest (Heizkörperverkleidung, Bügelbrettunterlagen, Isolierpappe), Asbestzement (Platten, Wellpappen, Schindeln, Blumenkästen), etc.

Asbest in Nachtspeichergeräten

In Nachtspeicheröfen fand sich bis 1977 vor allem in Wärmedämmplatten Asbest. Falls Sie einen Nachtspeicherofen in Ihrer Wohnung haben, erfragen Sie beim Hersteller oder in Verbraucherzentralen unter Angaben des Herstellers und Gerätetyps, ob Asbest darin verarbeitet wurde. Asbesthaltige Speicheröfen sollten von einer Sanierungsfirma ausgetauscht werden.

Asbest in Fußbodenbelägen:

Asbest wurde in Teppichböden und PVC-Böden mit den Bezeichnungen Vinyl-Asbest-Fliesen (Produktname: Flex-Fliesen, Marley-Platten) und Cushion-Vinyl-Platten vor allem in den 70er Jahren verarbeitet.

Die Frage, ob Ihr alter Fußboden asbestbelastet ist, kann letztendlich nur eine Materialuntersuchung klären. Die Beseitigung sollte eine Sanierungsfirma übernehmen. Solange der asbestbelastete Boden unbeschädigt ist, können Sie einen neuen Belag darüber verlegen und die Kanten und Fugen dicht versiegeln.

Asbest in Heizkörperverkleidungen:

Heizkörperverkleidungen aus Holz wurden als Schutz gegen Verformung mit Asbest hergestellt. Asbesthaltige Heizkörperverkleidungen sind dringend sanierungsbedürftig.

Asbesthaltige Baustoffe:

Asbest wurde in Baustoffen mannigfaltig eingesetzt. Durch Witterungs- und Bearbeitungseinflüsse werden Asbestfasern freigesetzt. Grundsätzlich unterscheidet man schwach- und festgebundene Asbestprodukte.

Beispiele schwach gebundener Produkte sind:

Die Fasern können relativ leicht freigesetzt werden. In Privatwohnung wurden diese Materialien allerdings nur selten verarbeitet.

In festgebundenen Asbestprodukten (z.B. Asbestzementplatten) sind die Fasern relativ gut verankert. Diese Platten dürfen nicht gesägt oder anders bearbeitet werden. Sie sollten mit einem filmbildenden Oberflächenbehandlungsmittel bestrichen werden. Sind die Platten bereits verwittert, ist das Risiko der Faserfreisetzung zu hoch, und sie sollten ausgetauscht werden.

Asbest-Richtlinie (1989)

Sie dient der Bewertung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden. Sie besagt, dass Hauseigentümer verantwortlich sind für Untersuchungen oder Sanierungen bei Verdacht auf Vorhandensein schwach gebundener Asbestprodukte. Wird der Eigentümer nicht tätig, so kann ihn die Bauaufsichtsbehörde dazu verpflichten. Mieter können eine Untersuchung der Gebäude einleiten.

Gibt es einen Grenzwert für Asbestfasern ?

Die Festsetzung eines Grenzwertes ist für krebserzeugende Stoffe wie Asbestfasern nicht möglich. Die dennoch festgelegte Werte sind als Handlungswerte zu verstehen, um das gesundheitliche Risiko zu begrenzen.

Die Asbestrichtlinie legt folgende Handlungswerte fest:

 

Wie wird Asbest in der Wohnung festgestellt ?

Bei der Luftmessung wird aktiv Luft angesaugt und dann im Labor auf Asbestfasern untersucht. Daneben besteht noch die Möglichkeit der Materialuntersuchung. Die Faserkonzentration wird unter Zuhilfenahme eines Lichtmikroskops oder eines Raster-Elektronenmikroskops ermittelt.

Tipps

Quellen

"Innenraumbelastungen", F. Diel (Hrsg.), Bauverlag 1993

"Schadstoffe in Innenräumen", Katalyse (Hrsg.), 1990, Broschüre zu beziehen über: Katalyse, Engelbertstr. 41, Köln